
Das Wort "Coach"
kommt ursprünglich aus dem englischen und bedeutet übersetzt der "Kutscher" im
Sinne eines Begleiters. Im Leistungssport ist der Trainer bekanntlich ein Coach. Auch in
die Wirtschaft werden über Coaching Wissen und Erfahrungen aus dem psychologisch
psychotherapeutischen und supervisorischen Bereich transferiert. Coaching wird von vielen
jedoch mittlerweile als die adäquate Form zeitgemäßen Lernens von Führungskräften,
Organisationen oder ihrer Bereiche verstanden. Inzwischen ist Coaching auch zu einem
Begriff allgemein für Karriere- und Berufsberatung geworden für sämtliche
Berufsgruppen, nicht nur für Führungskräfte. Und die klare Abgrenzung sozialer Bereich
(Supervision) und Wirtschaft (Coaching) ist auch im Verschwinden begriffen.
Systemisches Arbeiten
Oft wird systemisch mit ganzheitlich und ökologisch gleichgesetzt - was zumindest nicht
unzutreffend ist. Systemisches Denken heißt kontextuelles, situatives und ganzheitliches
Denken. Es geht davon aus, dass Ereignisse und Probleme nur in ihren kulturellen, sozialen
und personalen Bezügen verstehbar sind. Beraterische Kunst beginnt nun beim Verstehen der
Darstellung von Ereignissen, Krisen, Kränkungen durch Erarbeitung einer diskursiven oder
analogen Version, die Sinn macht.
Theoretischer Hintergrund ist neben der allgemeinen Systemtheorie vor allem die Kybernetik
zweiter Ordnung, die sich mit Funktionen und Gesetzmäßigkeiten von Systemen
beschäftigt. Dabei gelten diese Grundlagen sowohl für Familien und deren
"Symptomträger" als auch für andere Systeme, berufliche Zusammenhänge nd
Organisationen. Ein breites Feld systemischen Arbeitens ist der Bereich der
berufsbezogenen Beratung mit Themen der beruflichen Arbeit und Zusammenarbeit.
In der systemischen Sichtweise ist es zentral, dass der einzelne Mensch nicht ohne seinen
Beziehungszusammenhang verstehbar ist: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
Gefragt wird nicht mehr nach den einfachen Ursache-Wirkungszusammenhängen, sondern welche
Bedeutung hat ein Problem im Kontext seines Auftretens und für wen? Zusammenhänge und
Beziehungen werden unter dem Aspekt der Rückkopplung betrachtet, ihr zirkulärer
Charakter wird hervorgehoben.
Die Basistheorie systemischen Denkens ist der Konstruktivismus und dessen wesentliches
Postulat, dass die Wahrheit als solche nicht erkennbar ist, sondern dass Menschen sich
unterschiedliche Realitäten konstruieren. So gibt es kein Richtig oder Falsch, sondern
eher unterschiedliche Perspektiven.
Aus dieser Grundidee ergeben sich als konsequente Ableitung Werte wie Toleranz, Wertschätzung,
Respekt und Kooperation. Menschen werden in ihren Erfahrungen und
Anschauungen als einzigartig und autonom betrachtet, sie sind füreinander weder
vollständig erfassbar noch beliebig veränderbar.
Für die Rolle von Beratern und Therapeuten bedeutet dies, daß sie weder determinieren
noch instruieren können. Aber sie können Impulse geben!
Das entscheidende Moment ist der Einfluss der Spielregeln eines Systems. Es geht nicht
mehr darum, innerpsychische Abläufe zu erkennen und Ursachen zu suchen. Interventionen,
die auf Kommunikationsmuster günstig einwirken, lösen Veränderungen aus.
Systemisches Arbeiten ist zukunftsorientiert. Es geht darum, Freiräume zu
schaffen, in denen sich Systeme neu organisieren können.
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Supervision ist
· eine Beratungsmethode, die zur Sicherung und Verbesserung der Qualität beruflicher
Arbeit eingesetzt wird. Supervision bezieht sich dabei auf psychische, soziale
und institutionelle Faktoren.
Supervision hat zum Gegenstand
· Szenen, Probleme, Konflikte aus dem beruflichen Alltag.
Supervision unterstützt
· die Entwicklung von Konzepten
· bei der Begleitung von Strukturveränderungen
· die Entwicklung der Berufsrolle.
Supervision nützt
· dem professionellen Umgang mit schwierigen Klienten und Kunden
· der emotionalen Entlastung
· der Verbesserung der Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit von Einzelpersonen,
Gruppen, Arbeitsteams und Organisationen
· der Entwicklung von Konflikt- und Verhandlungsfähigkeit, wenn mehr
Arbeitszufriedenheit erreicht werden soll
· der Personalentwicklung
· der Erweiterung der Wahrnehmungsfähigkeit
· der Persönlichkeitsentwicklung
Supervision arbeitet
· selbstreflexiv, sie instruiert oder schult nicht.
Supervision fördert
· in gemeinsamer Suchbewegung das Lernen von Einzelpersonen, Gruppen, Teams und
Organisationen.
Supervision stammt
· aus der Tradition sozialer Arbeit und hat hier ein wichtiges Betätigungsfeld;
zunehmend wird sie im Bereich des Gesundheitswesens, der Pädagogik, in
Wirtschaft und Verwaltung, Dienstleistungsunternehmen und auch in der Politik
nachgefragt.
Supervision basiert
· auf Kenntnissen und Theorien aus Psychologie, Soziologie, Sozialarbeit und
Kommunikationswissenschaften.
Supervision wird angeboten als
· Einzelsupervision
· Gruppensupervision
· Supervision von Organisationen (Teamsupervision, Leitungsberatung, Rollenberatung)
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Text und Grafik aus:
DGSv, Supervision - professionelle Beratung zur Qualitätssicherung am Arbeitsplatz,
Köln. Oktober 1996. Autoren: Jörg Fellermann, Wolfgang Weigand

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